Jahresrückblick 2025 – Ganz schön viel los
Und dann gibt es diese anderen: voller Bewegung, Entscheidungen, Begegnungen und neuer Wege. 2025 war für mich ganz eindeutig eines davon.
Nach 33 Jahren bei der hessischen Polizei bin ich 2025 an einer neuen Stelle gelandet – einer Aufgabe, bei der ich mich in den kommenden Jahren einbringen kann und bei der meine Fähigkeiten und Erfahrungen echten Mehrwert haben.
Die zwei Jahre zuvor waren nicht leicht. Ich merkte, wie mich die Umstände an meiner damaligen Stelle zunehmend Kraft kosteten. Doch als Polizistin der 90er hatte ich gelernt, keine Schwäche zu zeigen. Ein Muster, das irgendwann seinen Preis fordert. Die Energie schwand, das Bauchgefühl meldete sich immer lauter – obwohl meine Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kollegen alles taten, um mich zu unterstützen.
Der Entschluss zum Abteilungswechsel war ein wichtiger Schritt. Heute bin ich neu motiviert, arbeite wieder mit Freude und stelle mich gern den Herausforderungen, die diese Aufgabe mit sich bringt. Genau darauf freue ich mich – jeden einzelnen Arbeitstag


Schon seit einigen Jahren trug ich den Wunsch in mir, eine Ausbildung zur Wanderführerin zu machen. Auch wenn ich keine „Berggams“ bin, die Menschen durch hochalpines Gelände führt, ist es mir wichtig, Gruppen sicher, gut vorbereitet und mit dem richtigen Handwerkszeug zu begleiten – auch auf gemütlichen Touren.
Was ich nicht erwartet hatte: wie sehr mich diese Ausbildung beim Odenwaldklub auchmenschlich bereichern würde.
Zehn intensive Tage, ein buntes Potpourri an Referentinnen und Referenten und ein Ausbilder, der mit Leidenschaft zeigte, wie vielfältig die Rolle eines Wanderführers sein kann. Bernd Ruppenthal öffnete uns viele Türen – fachlich wie persönlich.
Unsere Gruppe war so unterschiedlich und gleichzeitig unglaublich harmonisch. Es war berührend zu hören, was jede und jeder Einzelne mit dem Wandern verbindet. Freundschaften sind entstanden, der Kontakt ist geblieben – und im April 2026 werden wir uns wiedersehen, um über unser erstes Jahr als zertifizierte Wanderführerinnen und Wanderführer zu sprechen. Darauf freue ich mich jetzt schon sehr.
Jeden Winter plane ich mit großer Vorfreude mein Wanderjahr. Dazu gehören auch immer mindestens zwei Mehrtagestouren. Und jedes Mal bin ich gespannt: Wen spricht meinAngebot an? Wem werde ich unterwegs begegnen?
2025 brachte wieder wunderbare Begegnungen. Ein echtes Highlight war ein Wanderwochenende am Grünen Band in Nordhessen. Gemeinsam mit der IPA BergstraßeOdenwald und der IPA Bebra-Rotenburg waren wir auf mehreren lehrreichen Touren unterwegs. Die ehemaligen Grenzbeamten Rüdiger und Günter begleiteten uns als Zeitzeugen der innerdeutschen Grenze – mit Geschichten, Wissen über den Wandel der Landschaft und Einblicken in die heimische Tierwelt. Begegnungen, die nachwirken und verbinden.
Ebenso besonders waren drei Touren auf dem oberen Ahrsteig. Viele bekannte Gesichter waren dabei – und ein Wanderpaar aus dem Niddatal. Mit Günter und Gesa stimmte die Chemie sofort. Inzwischen haben wir uns mehrfach wiedergetroffen und schmieden bereits Pläne für ein gemeinsames Wanderwochenende in der Rhön im Oktober 2026.
Jedes Jahr kommen neue Freundschaften hinzu. Menschen, die man ohne das Wandern nie kennengelernt hätte


2014 gaben wir unseren Töchtern ein Versprechen: Wir reisen gemeinsam in die USA. Das Leben hatte andere Pläne, und lange schien es, als würde dieser Traum unerfüllt bleiben.
Im September 2025 war es dann so weit. Gemeinsam mit unseren Töchtern und Julias Freund ging es über den Atlantik. Ich war vorher unglaublich aufgeregt – das viele Fliegen, das Unbekannte, all das Neue. Heute bin ich einfach nur dankbar.
Wir waren in New York, besuchten Freunde in Texas und genossen Sonne, Strand und dieses besondere „Easy Living“ in Florida. Wir haben lange auf diese Reise gewartet – und sie wird für immer einen festen Platz in unseren Erinnerungen haben.
Im März zeigte die Waage einen Wert, der mir deutlich machte: So geht es nicht weiter. Wochenlang hatte ich zugesehen, wie die Zahl stieg – und mit ihr Frust, Hilflosigkeit und Unzufriedenheit. Auch meine damaligen beruflichen Belastungen spielten dabei eine Rolle.
In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass es Stärke ist, sich Hilfe zu holen. Ich erinnerte mich an Marion Gaston, die ich über die CrossFit-Community kannte und der ich schon länger auf Social Media folgte. Marion lebt mit ihrer Familie in den USA und coacht Frauen zu Fitness und Ernährung.
Seit April begleitet sie mich als Personal Coach. Die Trainingseinheiten sind auf mein Fitnesslevel abgestimmt, ergänzt durch fundierte Ernährungskurse. In neun Monaten habe ich 15 Kilo abgenommen – vor allem aber habe ich mich wieder stark und selbstwirksam gefühlt.
Ich habe mehr über meinen Körper, mein Essverhalten und meine Bedürfnisse gelernt als je zuvor. Perfekt ist es nicht – und emotionales Essen bleibt mein Thema. Aber ich bin sicher: Diese Reise geht weiter. In die richtige Richtung.


2025 hat mir eines ganz klar gezeigt: Entscheidungen treffen und den ersten Schritt gehen – das ist der Schlüssel. Ob berufliche Veränderung, die Reise in die USA oder der Weg zu mehr Gesundheit: Ohne diesen ersten Schritt wäre all das nicht möglich gewesen.
Ich bin stolz auf das, was ich mir erlaubt habe zu wagen. Darauf, dass ich mich meinen Ängsten gestellt habe – und manchmal auch der Meinung anderer und meinem inneren Schweinehund.
Das sind beste Voraussetzungen für 2026.
Meine Wege sind klar. Ich freue mich darauf, sie weiterzugehen, neue Freundschaften zu schließen, gut für meine Gesundheit zu sorgen und meinen Beruf weiterhin mit Freude auszuüben.
2026 kann kommen – ich bin bereit. 😊